stadt_potenziale

KUL-Tour Bibliothek

ein Projekt von Emir Handžo
stadt_potenziale 2008, Fördersumme: € 7.000,–, Durchführung: 10/2008
Falter zur KUL-Tour Bibliothek
Falter zur KUL-Tour Bibliothek
Leih’ dir einen Menschen aus – lerne von ihm – bleib’ der Klügere

Eine mobile Bücherei, die von einer Ortschaft zur anderen fährt, ist ja nichts Neues. Aber in unserer Bibliothek, die wahrlich eine KUL-Tour fährt, kann man 20 echte, lebende Menschen ausborgen! Viele von ihnen stammen aus anderen Ländern, haben fremde Kulturen, viele sind Österreicher mit Wurzeln in einer der früheren K.-u.-k.-Ländereien. Meine „Menschenbibliothek“ ist konzipiert, um dort aufzutauchen, wo sich Menschen versammeln: sei es auf einem Marktplatz, Rathaus, Schulhof oder Kirchplatz, um einen zwischenmenschlichen Dialog zu inszenieren.

Die mobile Bibliothek setzt auf ihrer KUL-Tour auf interkulturelle Dialoge und gegenseitiges Verstehen der Tiroler Bevölkerung („der Ausleiher“) und der „Ausländer“ oder Menschen mit Migrationshintergrund („die Bücher“). Der Dialog ist für jeden gratis. Der Fokus wird dabei auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten gelegt, auf „unsere und auf fremde Perspektiven“. Der Dialog soll Vorurteile klären und die Neugier am Fremden stillen. Die Menschenbibliothek steht ein für Unterschiede, Respekt und Toleranz in Tirol und lädt ein, mit einer gemütlichen Reading-Area, Workshops, Unterstützung von einer Bibliothekarin und Konzerten. Die Bibliothek ist in einem Oldtimer-Bus der ÖBB- Postbus GmbH eingerichtet.

Die Idee hinter der Bibliothek auf KUL-Tour

„Die aktuelle Debatte über Immigranten/Asyl, Abschiebung und Sicherheit in Österreich ist meiner Meinung nach unrecht. Wir sprechen nicht miteinander, sondern übereinander. Einer der Gründe dafür ist ein sehr niedriges Wissen vieler Österreicher über Leute aus anderen Ländern. Mit der mobilen Menschenbibliothek hoffe ich, den Besuchern eine Gelegenheit zu geben, Menschen aus Irak, Iran, Bosnien, Indien, der Türkei, aus Palästina, Somalia, Griechenland oder vom Libanon zu treffen: Hören Sie ihre Geschichte, finden Sie heraus, warum sie in Österreich sind und wer sich wirklich hinter ihren unterschiedlichen Gesichtern versteckt. Integration in Österreich muss auf ein Straßenniveau gesetzt werden, dahin, wohin die Leute gehen. In diesem Fall, indem verschiedene Leute mit einer Menge an Erfahrung als Buch zum Ausleihen zur Verfügung gestellt werden. Das ist mein Beitrag zum Verständnis zwischen Einheimischen und den unterschiedlichen ethnischen Minoritäten, die wir in Österreich haben.“

Die mobile Menschenbibliothek ist 5 Tage lang auf 5 verschiedenen öffentlichen Plätzen in Innsbruck auf KUL-Tour.
KUL-Tour Bibliothek, Gespräche
KUL-Tour Bibliothek, Gespräche
Eine Station der KUL-Tour Bibliothek war die Stadtbücherei Innsbruck.
Nachbetrachtung KUL-Tour Bibliothek 2008

Dazu zu sagen ist noch, dass das Projekt „die lebende Menschenbibliothek“ in Innsbruck und Umgebung sehr gut angekommen ist, sodass sich eine weiterführende Veranstaltungsreihe, „Wer bist du?“, als Kooperationsprojekt der Integrationsstelle der Stadt Innsbruck und der Stadtbücherei ergeben hat. Außerdem gab es auch in Reutte in Zusammenarbeit mit der Caritas eine Menschenbibliothek in der örtlichen Bücherei.
Im Rahmen des Projektes hatten BesucherInnen die Möglichkeit, Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen kennen zu lernen und durch den persönlichen Kontakt Vorurteile abzubauen.

E-Mail an menschenbibliothek@inode.at

Projekt-Videodokumentation auf Vimeo

Bericht des kroatischen TV-Senders Nova TV