stadt_potenziale

Die lange Nacht des Protests

ein Projekt von Petra Gerschner
stadt_potenziale 2014, Fördersumme: € 11.000,–
Durchführung: 24.07.2015
Die lange Nacht des Protests. Bilder: Petra Gerschner
Die lange Nacht des Protests. Bild: Petra Gerschner
Projektbeschreibung
Der Ort für gesellschaftliche Proteste ist der öffentliche Raum. Er ist Kristallisationspunkt für Diskurse und politischen Widerstand, die in Demonstrationen, Kundgebungen, Besetzungen, Blockaden und kreativen Interventionen ihren inhaltlichen Ausdruck finden.

In der Langen Nacht des Protests werden bei einem öffentlichen Screening im Stadtraum
von Innsbruck Filme, Videoclips, Diaprojektionen und Tonmontagen gezeigt, die die Protestgeschichte seit den 1980er Jahren reflektieren und die Stadt in Dialog mit ihrer Geschichte bringen. Das Programm entsteht in Zusammenarbeit mit Protagonist/innen und Künstler/innen aus Innsbruck.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Auseinandersetzung mit der Struktur und Ordnung des öffentlichen Raums, den Spuren sozialer Widersprüche und politischen Praxen: Welche Ereignisse finden Eingang in die offizielle Geschichtsschreibung? Wie wird das kollektive Gedächtnis einer Stadt geprägt? Aus welcher Perspektive wird Geschichte erinnert und tradiert? Oder konkret: Welche Bedeutung hatte die Aktion Arge Anti-WAA Tirol vom 9. August 1986? Was war passiert, als Innsbrucker Medien die Frage „Polizei gegen Bürger?“ stellten und im Gefängnis verzweifelte Inhaftierte aus der Klospülung tranken? Was geschah bei den Innsbrucker Chaostagen und worin besteht die Verbindung zwischen dem Bettelverbot für Punks an der Annasäule 1986 und dem Bettelgesetz von 2013?

Die lange Nacht des Protests untersucht in diesem Kontext die Potenzialität der Erfahrungen und Möglichkeiten von Interventionen außerparlamentarischer sozialer Bewegungen in gesellschaftliche Prozesse und entwickelt eine Verbindung zwischen lokalen Ereignissen und globalen Diskursen.
Die lange Nacht des Protests. Bild: Petra Gerschner
Dokumentation

Am Freitag, 24. Juli 2015, startet um 21.30 Uhr auf der Wiese vor der Innsbrucker Hofburg „Die lange Nacht des Protests“. Im Zentrum der Stadt zeigt Petra Gerschner Videoclips, Diaprojektionen und Tonmontagen aus 30 Jahren Protest- und Widerstandsgeschichte. Ausgangspunkt des Projekts ist die Auseinandersetzung mit der Struktur und Ordnung des öffentlichen Raums, den Spuren sozialer Widersprüche und politischer Praxen, die sich dort manifestieren: Welche Ereignisse finden Eingang in die offizielle Geschichtsschreibung? Wie wird das kollektive Gedächtnis einer Stadt geprägt? Aus welcher Perspektive wird Geschichte erinnert und tradiert?
Der Ort für gesellschaftliche Proteste ist der öffentliche Raum. Er ist Kristallisationspunkt für Demonstrationen und politischen Widerstand. „Die lange Nacht des Protests“ untersucht in diesem Sinne die Potenzialität der Erfahrungen und Möglichkeiten von Interventionen außerparlamentarischer sozialer Bewegungen in gesellschaftliche Prozesse und entwickelt eine Verbindung zwischen lokalen Ereignissen und globalen Diskursen.

Petra Gerschner ist Künstlerin, Filmemacherin und Kuratorin und lebt in München. Mit ihren fotografischen Projekten, Videoarbeiten und Installationen im öffentlichen Raum untersucht sie Konstruktionen kultureller, post-kolonialer und identitärer Zuschreibungen sowie Machtverhältnisse, die sozialen Ein- und Ausschluss generieren.

Petra Gerschner war 2013/14 Visual Arts Fellow im Künstlerhaus Büchsenhausen.