stadt_potenziale

Innanna

ein Projekt von Ursula Beiler
stadt_potenziale 2014, Fördersumme: € 3.000,–
Durchführung: 2014/15
Innanna: Fotos Ursula Beiler
Innanna: Fotos Ursula Beiler
Innsbruck Innannabruck Stadt der Innanna

Mit diesem Projekt weise ich auf eine alte Deutung des Inn–Namens hin, um diesen neu zu beleben. Bekanntlich gab der Inn der Tiroler Landeshauptstadt ihren Namen: Die Innbruggen, die erste Brücke über den Inn fand auch ihren visuellen Niederschlag im Innsbrucker Stadtwappen.

Der Schriftzug „INNANNA“ evoziert landschaftsmythologische Bilder, zumal als große Flussahnin oder Drachenschlange formte Innanna über Jahrtausende das Inntal. Über die Brücke konnte diese Wasserschlange erstmals unbehindert überquert werden. Dies war wegweisend für die Entwicklung Innsbrucks zur Landeshauptstadt.Viele alte Flur- und Flussnamen in den Alpen und in Europa erINNern uns durch ihren Namen an die ursprünglich weibliche, lebensspendende Energie des Wasser.
INNANNA war vermutlich der alte weibliche Name des Innflusses. Dies bezeugen auch im Tiroler Oberland die beiden anderen Annaflüsse ROSANNA (Stanzertal) und TRISANNA (Paznauntal), welche bei Landeck mit der INNANNA aus dem Engadin kommend, zusammenfließen. Später wurden wie so vielerorts die alten weiblichen Flussnamen vermännlicht.

Pojektbeschreibung

Der Schriftzug „INNANNA“ wird von Hand in eine Acrylglasplatte graviert. Durch die Grafik und die dezente, indirekte Beleuchtung von innen entsteht eine blaue Wasserschrift.

Die Innbrücke ruht auf zwei Pfeilern mit zwei ausladenden Nischen auf der Brücke. In der linken Nische steht vertikal der rotgoldene Christus. In die rechte, noch leere Nische fügt sich als weibliches Pendant dazu horizontal die blaue Wasserschrift. Rot und blau, männlich und weiblich, visualisieren die gebotene symbolische Ganzheit der modernen Stadt am Inn.