stadt_potenziale

Forget Forgot Forgotten

Ein Projekt von Maria Walcher
stadt_potenziale 2015, Fördersumme: € 9.750,–
Durchführung: 09/2015, 03–05/2016, 11/2016
Lethe. Foto: Maria Walcher
Lethe. Foto: Maria Walcher
Projektbeschreibung

Das Projekt widmet sich dem Thema des Vergessens. Dabei sollen kultur-theoretische Ansätze über Erinnerung und Gedenken in eine experimentelle Verbindung mit dem Bereich Demenz gebracht werden. Durch die theoretische Herangehensweise einerseits und die direkte Interaktion und Zusammenarbeit mit Betroffenen, deren Angehörigen sowie WissenschaftlerInnen, ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen oder Vereinen wie Demenzhilfe Tirol, Caritas, Verein Vaget, Gerontopsychologie etc. andererseits soll das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Mittels Video, Bild, Text und Sound werden die beiden Stränge in einem Dialog zusammengeführt. Durch Aktionen im öffentlichen Raum und Diskussionen soll das Thema in der breiten Öffentlichkeit diskutiert und dazu eingeladen werden, sich damit auseinanderzusetzen.
Lethe. Foto: Maria Walcher
Lethe. Foto: Maria Walcher
Lethe. Foto: Maria Walcher
Lethe. Foto: Maria Walcher
Lethe. Foto: Daniel Janosch
Lethe. Foto: Daniel Janosch
Lethe
Maria Walcher, 2017
01. – 08.07.2017, täglich 11:00 – 18:00, Domplatz Innsbruck
Installation/Performance


Welche Rolle spielt „Vergessen“ in unserer Gesellschaft? Wie wird auf den Aspekt des Vergessens im Speziellen aus kultur-theoretischer oder literarischer Perspektive eingegangen und welche Assoziationen gibt es dazu im Kontext von Demenz?

Maria Walcher greift in ihren Arbeiten häufig ortsspezifische und sozial-politische Themen auf und schafft auf experimentelle Weise Settings, die die Menschen direkt oder indirekt in ihre Projekte einbinden. Dabei spielen transdisziplinäre Kollaborationen und Interaktionen im öffentlichen Raum eine wichtige Rolle. Ein zentraler Aspekt in vielen ihrer Arbeiten ist jener der Erinnerung sowie der Bezug zwischen Vergangenheit, Zukunft und den Zeiten dazwischen. Die Recherche auf diesen Gebieten fortführend hat sie sich im Projekt „Forget Forgot Forgotten“ intensiv dem Thema des Vergessens gewidmet. Vom 1. bis 8. Juli 2017 bespielt sie unter dem Titel „Lethe“ den Domplatz von Innsbruck und nähert sich in einer Reihe von künstlerischen Arbeiten dem Thema aus verschiedenen Perspektiven, lässt sie ineinanderfließen und so eine eigene Narrative entstehen.

Eröffnung: SA, 01.07.2017 um 11 Uhr

Zu den einzelnen Arbeiten:
SYMPOSIUM (Soundinstallation) Ein „inszeniertes Symposium“, eine Stimme geht in die andere über, so wird ein fiktiver Dialog kreiert, der diverse Aspekte des Themas „Vergessen“ in sich verschränkt. Die einzelnen Positionen sind auf 4 Bänken rund um den Brunnen am Domplatz platziert. Setzt der/die BesucherIn einen der Kopfhörer auf, begibt er/sie sich quasi in die Position des jeweiligen Sprechers und wird Teil des Symposiums.
KNOTEN (Objekt: Taschentuch aus Porzellan) Der Moment, in dem ein Knoten in ein Taschentuch gemacht wird, ist auch der, in dem man sich entscheidet, sich nicht mehr aktiv an etwas zu erinnern. Das zu Erinnernde wird in das Taschentuch geknüpft, aus Angst es zu vergessen. Welche Erinnerung in das Taschentuch aus Porzellan geknüpft ist, das in der Wiese am Domplatz liegt, bleibt offen.
NOTIZEN (Objekt/Performance: Notizbuch) „I FORGOT ABOUT“ steht auf dem Notizbuch, darin festgehalten: Ereignisse, Geschichten, Augenblicke oder Gegenstände, die in Vergessenheit geraten sind und irgendwann wieder ins Gedächtnis gerufen wurden. Die Passanten sind eingeladen Vergessenes in dieses Buch einzutragen.
STEIN (Objekt: Steintafel) Eine Steintafel ohne Inschrift. Wird noch etwas eingraviert? War schon etwas eingraviert? Wo verortet sie sich in der Geschichtsschreibung bzw. leistet ihren Beitrag? Ein Vorn und Hinten gibt es nicht.
BINÄR (Objekt/Performance: Hängematte bestickt) „Ob ein Mensch Erfahrungen machen kann, ist in letzter Instanz davon abhängig, wie er vergisst.“ Briefwechsel: Theodor Adorno – Walter Benjamin. Weiß auf grau, im digitalen Code in eine Hängematte gestickt, analog festgehalten. Ein weiteres Rätsel der Geschichte, das es zu erforschen gilt oder doch nur Verzierung?

Das Projekt wird durch die stadt_potenziale Innsbruck und Autonome Provinz Bozen gefördert.
Fotos: Maria Walcher
Lethe. Foto: Maria Walcher
Daniel Janosch
Lethe. Foto: Daniel Janosch
Lethe. Foto: Daniel Janosch
Lethe. Foto: Maria Walcher
Lethe. Foto: Daniel Janosch
Lethe. Foto: Daniel Janosch