stadt_potenziale

Urbantypes

Ein Projekt von Wei sraum (Nicola Weber)
stadt_potenziale 2016, Fördersumme: € 7.500,–
Durchführung: 03/2016 bis Frühjahr 2017

Projektbeschreibung

Zeichen und Schriftzüge im öffentlichen Raum, an Geschäftsportalen, Fassaden, Wegweisern, Plätzen werden oft nicht bewusst wahrgenommen, prägen aber unseren Eindruck vom Charakter der Stadt maßgeblich mit. Wei sraum möchte mit diesem Projekt Schrift im urbanen Raum zum Thema machen, das Bewusstsein für dessen Bedeutung und den Blick für die ursprünglichen Zeichen der Stadt schärfen. Sie werden die heutigen typografischen Ausdrucksformen in der Stadt anhand unterschiedlicher Angebote und Formate erforschen – geführte Schriftspaziergänge für Kinder und Erwachsene, Workshops zum Thema Schrift / Typografie, einem öffentlichen Blog für Innsbrucker Stadtschriften, dem Sammeln von Fassadenbeschriftungen aus Abbruchobjekten und einer Publikation.
Typowalk im Rahmen von Urbantypes. Foto: Wei sraum
Typowalks

Eine Stadt ohne Schrift wäre wie eine Stadt ohne Menschen. Firmenschild, Warntafeln, Leitsysteme, Plakate, Hausbeschriftungen etc – sie alle sind Teil des städtischen Raums und genuin menschliche Zeichen für die Lebendigkeit einer Stadt. Die typografischen Spaziergänge, geleitet von Markus Weithas, laden ein, die Stadt Innsbruck aus typografischer Sicht kennenzulernen – mit ihren kleinen Kostbarkeiten, an denen man vielleicht täglich vorbeihetzt, ohne jemals Zeit zu finden, den Blick zu heben.

Die Stadtspaziergänge Typowalks erkunden im Rahmen des Projekts Urbantypes die Rolle von Typografie im Kontext der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen ebenso wie sie Beispiele künstlerischer und zeitgeschichtlicher Aufarbeitungen von Schrift zeigt, wie etwa auf dem Landhausplatz. Hintergründe zu altbekannten Schriftzügen und zu den ausführenden Gestaltern werden erzählt, oft verwendete Schriften namentlich vorgestellt. Besondere Fundstücke im Stadtzentrum aus verschiedenen Epochen werden herausgesucht. Nahmen die GestalterInnen von Schriftzügen bis zur Mitte des 20. Jahrhundert mit Feingefühl auf Architektur und Umfeld Bezug, so findet in der Gegenwart meist ein ziemlich harter Kampf um die auffälligste, größte, „lauteste“ Schrift statt. Ein gleichermaßen tiefer wie kurzweiliger Einblick in die alltägliche Welt der Schriften und Zeichen der Stadt!

Infos und Termine:
WEI SRAUM.Designforum Tirol
Andreas-Hofer-Str. 27
6020 Innsbruck
www.weissraum.at
Urbantypes: Nordkettenbahn. Fotos: Wei sraum
Urbantypes: Nordkettenbahn. Fotos: Wei sraum
Kindergarten Pradl.
Urbantypes: Kindergarten Pradl. Foto: Wei sraum
Online-Blog zu Urbantypes

Im Stadtraum ist eine Vielzahl an Schriften zu entdecken. Im Typemuseum werden solche Schriftbilder präsentiert – aus Innsbruck, aber auch aus anderen Städten. Alle, denen eine gut gestaltete Stadtschrift auffällt, sind dazu eingeladen, Fotos und Kommentare im Typemuseum zu posten.

www.typemuseum.com
www.typemuseum.com/magazines/urbantypes-innsbruck
Juwelier Klammer.
Urbantypes: Juwelier Klammer. Foto: Wei sraum
Bosin.
Urbantypes: Bosin. Foto: Wei sraum
Ausstellung Urbantypes Innsbruck
WEI SRAUMforum

Andreas-Hofer-Straße 27
Innsbruck
31.05.–01.07. 2017
Eröffnung: Dienstag, 30.05.2017, 19 Uhr

Jede Stadt ist ein lebendiger typografischer Schrift–Raum, der sich, getragen vom Wandel der Technik, Kultur, Wirtschaft, des Handwerks und Konsumverhaltens in stetiger Veränderung befindet. Was endgültig aus dem Stadtraum verschwindet, landet nicht selten im Innsbrucker „Buchstabenarchiv“, einer langjährigen privaten Sammlung, die für diese Ausstellung für ein paar Wochen – quasi pop-up – ins WEI SRAUMforum übersiedelt und hier ein Stück typografische Identität der Stadt abbildet.

Ausgehend von den ausgestellten Schriftzügen aus den 1950er Jahren bis heute, übrig geblieben von Gasthöfen, Geschäften, Betrieben, öffentlichen Toiletten, Cafés, Kinos und touristischen Einrichtungen, thematisiert die Ausstellung unterschiedliche Aspekte urbaner Schriftkultur: das Zusammenspiel mit der Architektur, die Bedeutung der Typografie, die Geschichte des jeweiligen Ortes, die Hintergründe der handwerklichen Herstellung, ein Stück Wirtschafts- und Globalisierungsgeschichte und die semiotische Ebene der Zeichensysteme. Das alles nehmen wir unbewusst wahr und verinnerlichen es als die unverwechselbare „Handschrift“ einer Stadt, die typografische Prägung eines Ortes, die sich von anderen Orten unterscheidet.

Die Ausstellung wird begleitet von Typowalks durch Innsbruck sowie der laufenden Fortführung des online-Schriftenblogs auf www.typemuseum.com
www.weissraum.at
Urban Types Ausstellung. Foto: Wei sraum
Urban Types Ausstellung. Foto: Wei sraum