stadt_potenziale

My Own Private Arcadia. Stadtraum als Teil der privaten Materie

Ein Projekt von  von Christian Dummer, Teresa Stillebacher
stadt_potenziale 2017, Fördersumme: € 12.000,–
Durchführung: 03–07/2017

Projektbeschreibung

My Own Private Arcadia beschäftigt sich mit der Entgrenzung zwischen Privatem und Öffentlichem, will performativ diesen Dualismus durch das Zerstreuen bzw. „blurren“ von Übergängen auflösen und durch ein bauliches Exempel die Bedeutung des Stadtraums als Teil der privaten Materie und als Puffer sozialer Ungleichheiten thematisieren. Wir verzeichnen immense Preissteigerungen bei Mieten in Innsbruck. Die Baukosten stiegen in Tirol innerhalb von 15 Jahren gar um 45 Prozent! Parallel dazu gibt es die Entwicklung im öffentlichen Raum hin zum Ge- und Verbotsraum, der somit seiner Funktion als Sozialraum nicht mehr nachkommen kann. Durch die Knappheit von Raum müssen wir die faire Verteilung desselben als Grundrecht bewahren und schützen! Die Raumskulptur My Own Private Arcadia zeigt, wie viel Raum z. B. noch von 70 m2 leistbarem Wohnraum einer Durchschnittsfamilie des Stadtrandes im innersten Bezirk Innsbrucks übrig bleibt, und macht die groteske Entwicklung des Verkommens von Wohnen zu spekulativer Größe anprobierbar – für eine Stunde oder eine Nacht! My Own Private Arcadia ist eine ca. 5 m2 große Skulptur, die einen Ort besetzt, ein Stück Privatraum im öffentlichen beheimatet und als Zelle autonomen Denkens und Handelns jedem offensteht. Sie wird in der Stadt Innsbruck platziert, an einem prominenten Ort (z. B. vor dem Goldenen Dachl). Als winzige Wohneinheit kann die Raumskulptur innerhalb der Standzeit via Blog für maximal einen Tag/eine Nacht oder mindestens eine Stunde gebucht werden. Jeder der Partizipierenden wird Teil dieser privaten Collage und kann den Raum je nach Belieben nutzen. Ein Eingangssymposium zu neuen Tendenzen im Bereich Wohnen/öffentliche Räume soll das Thema und die Installation eröffnen.