stadt_potenziale

Experimentierflächen als Stadtpotenzial

Ein Projekt von Spielraum für alle (Leonie Schickedanz)
stadt_potenziale 2018, Fördersumme:
Durchführung: 14.02.–14.08.2018

Projektbeschreibung

Städte und Regionen werden dann zukunftsfähig sein, wenn die BewohnerInnen lernfreudig sind und gesellschaftliche Probleme als eigene Gestaltungsmöglichkeiten wahrnehmen: Das Spielraum-Kollektiv will im Rahmen des Projekts ein Zusammenspiel von Experimentierflächen (FabLab + Kochlokal + Dachgarten + Multifunktionsräume) als Stadtpotenzial bereitstellen, die neben Selbermachmentalität eine offene Haltung gegenüber Neuem beim Einzelnen – immer eingebunden in die Gemeinschaft, kultivieren. Im Mittelpunkt stehen die soziale Verantwortung zeitgenössischer Kulturarbeit und der Wunsch, das Potenzial von Partizipation innerhalb Innsbrucks und Tirols auszuschöpfen.

Zeitgenössische Kulturarbeit als Zukunftspotenzial Der Begriff von Kulturarbeit bedeutet für die Mitglieder des Kollektivs in erster Linie die Suche nach Lösungen für die Probleme und Bedürfnisse unserer Zeit und Gesellschaft. Die eigene Lebenswelt als gestaltbaren Raum zu begreifen und als Möglichkeit, sich produktiv in gesellschaftspolitische Themen einzumischen, soll im Sinne einer Kultur für alle selbstverständlicher werden. Kreative Prozesse und Produkte, die auf unterschiedliche Weise soziale Verantwortung von Gestaltungsprozessen im öffentlichen Raum in den Mittelpunkt stellen und die Rolle der Akteure hinterfragen und neu definieren, werden gefördert.

Kulturarbeit als Intervention und Interaktion Welches Potenzial, das bei der Suche von Lösungen hilft, steckt in uns allen? Was Schiller einst dachte: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, bestätigt heute der Hirnforscher Gerald Hüther: Im Spiel entfalten Menschen ihre Potenziale, beim Spiel erfahren sie Lebendigkeit, die Fähigkeit zum gemeinsamen Spiel bedeutet Potenzialentfaltung von Städten und Gemeinden!

Hierfür soll es den Spielraum für alle geben: Menschen jeglicher Couleur sollen an einem Ort zusammengeführt und zum Spielen gebracht werden. Dazu stellt der Verein freie und inspirierende Räume zur Verfügung, entreißt die Menschen der Welt des instrumentellen Denkens, zeigt ihnen Erfahrungsmöglichkeiten, die im Alltag verschüttet sind, und stößt somit kreative (Arbeits-)Prozesse an, bei denen alle Beteiligten sich als wirksam erleben!

Über zwei Monate hinweg soll im Rahmen des Projekts „Experimentierflächen als Stadtpotenzial“ an zwei Tagen pro Woche eine offene (Spiel-)Werkstatt entstehen, mit einer räumlichen Infrastruktur und einem Betreuungsteam, das für die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen sorgt sowie Hilfestellung zur fachgerechten Gerätebenutzung und Materialkunde gibt. Hierfür stellt sich pro Stockwerk (FabLab + Küche samt Multifunktionsräumen) eine Fachperson aus dem Spielraum-Team zur Verfügung. Durch diese Rahmenbedingungen können alle NutzerInnen eine breite Gerätekompetenz als Voraussetzung zum Selbermachen erlernen und in einem vorgabenfreien Raum gestalterisch aktiv werden. Zudem werden die Prozesse von einer Studentin der Psychologie begleitet und evaluiert, um die Wirkung zeitgenössischer Bildungs- und Kulturarbeit zu analysieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Ergebnisse werden in einem Projektbericht dokumentiert und auf der Webseite präsentiert.

Im Spielraum für alle geht es uns um eine spielerische Grundhaltung zum Leben, die folgende Qualitäten in kollektiven Arbeits- und Gestaltungsprozessen kultiviert: Ein freies Miteinander, bei dem die Menschen einander nicht instrumentalisieren, bei dem sie nicht geleitet sind von Strategien und Kalkülen, nicht dominiert von der instrumentellen Vernunft, die alles nach ihren Parametern misst: nach Effizienz, Produktivität, Profitabilität, Funktionalität. Es geht um eine Grundhaltung zum Leben, die sich aufs Spiel zu setzen wagt, sich offen hält für neue Horizonte und ungeahnte Perspektiven, die den Mut aufbringt für Ko-Kreativität und ungewöhnliche Lösungen, und das nicht nur dort, wo im engeren Sinne gespielt wird, sondern auch in den vorderhand spielfernen Regionen unserer Lebenswelt. Es geht also – mit anderen Worten – um eine Ausweitung der Spielzone: aus dem Spielzimmer hinaus in den öffentlichen Raum, vom privaten in den urbanen Kontext, vom kindlichen Spiel zur spielerischen Mitgestaltung der eigenen Gesellschaft/Stadt/Umfelds.

weitere Informationen auf www.spielraumfueralle.at