stadt_potenziale

Reclaim your club!

Ein Projekt von Kulturverein Contrapunkt
stadt_potenziale 2018, Fördersumme:
Durchführung:

Projektbeschreibung

Techno als eine bestimmte Form eines kollektiven Lebensstils ist als urbane Musikkultur vor allem im Clubkontext verortet. Der Club dient dabei als Ort der städtischen Kanalisation von elektronischer Musik, wo Menschen Raum für Hedonismus und Eskapismus aus dem Alltag finden. Trotz des nächtlichen Ausstiegs der Menschen aus dem kapitalistischen Zwangsalltag, bleibt der Club als realer Ort Teil der Gesellschaft. Diskriminierungen, wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie werden im Clubkontext produziert und reproduziert. Außerdem wird allzu oft eine Türpolitik betrieben, die nach rassistischen und sexistischen Kriterien funktioniert. Verbale und körperliche Übergriffe sind nur ein kleiner Ausschnitt, die das gegenwärtige Clubleben ausmachen und von Seiten der Betreibenden kaum thematisiert werden. Im Zentrum steht ein finanziell erfolgreicher Abend und nicht das Erlebnis und das Wohlbefinden der Besucher*innen und die Musik der Künstler*innen.

Zusätzlich funktionieren die Bookings der meisten Clubs nach den herkömmlichen gesellschaftlichen Kriterien, wo „Weiße Männer, die der Mainstream produziert, in Vordergrund stehen und ihre Bühne bekommen.“ Patriarchale Clubkultur, spiegelt den hierarchischen Platz der Frauen wider. Künstlerinnen sind eine Ausnahmeerscheinung, hingegen der Platz hinter der Bar der lächelnd servierenden Barfrau klar zugeschrieben. Musikalische und medienkünstlerische Experimente – “off the beaten track” – sucht man wie die viel zitierte Nadel im Heuhaufen.

All die Problematiken der gegenwärtigen Clublandschaft – auch in Innsbruck – produzieren einen Mikrokosmos, den wir mit unserer Veranstaltungsreihe kritisch zu hinterfragen und Alternativen anzudenken versuchen. Vor diesem Hintergrund ist es unserer Meinung nach zentral, dass wir uns über die spezifische Kulturproduktion und ihre Mechanismen in Clubkontext unterhalten. Es geht dabei nicht nur darum, Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und diskriminierenden Verhaltensweisen innerhalb unserer Freiräume zu benennen, um ihnen im Sinne einer emanzipatorischen Clubkultur entgegenzuwirken. Daher werden wir mit unserem Clubformat „Reclaim Club Culture“ den Club als Raum, unsere Rolle als Veranstalter*innen in diesem Projekt reflektieren, um uns politisch zu positionieren.

02.11.2018, p.m.k: erste Veranstaltung von „reclaim your club“

Am 2. November 2018 startet das Kulturkollektiv Contrapunkt das Projekt „reclaim your club“. Der Club soll dabei als Raum für politische Auseinandersetzung und kritische Positionen gewonnen werden. Dafür sind zwei Abende in Innsbruck geplant, die temporär zu einem kritischen Clubraum werden. Die Umsetzung emanzipatorischer Praktiken und Ansprüche erfordert neben Reflexionsfähigkeit und Selbstkritik, auch eine theoretische Auseinandersetzung, mit der eigenen Kulturproduktion. Daher wird jede Veranstaltung unter einem inhaltlichen Schwerpunkt stehen. 

:::reclaim your club - club against reality – space for political club culture:::

Die erste Veranstaltung findet in der p.m.k. in Innsbruck statt. Für diesen Abend wurden die Künstler*innen SØS Gunver Ryberg, nita.(Anita Brunnauer), Whyami und Therese Terror eingeladen. Letztere ist Teil des Wiener Kollektivs femdex. Therese Terror ist sowohl als DJ als auch als Diskutantin im Talk zu Gast. Sie wird von ihrer Arbeit bei femdex und ihren Utopia 3000 Veranstaltungen berichten.  Rahmenbedingungen emanzipatorischer Clubkultur und Möglichkeiten politischer Clubarbeit werden diskutiert.  Siehe auch: www.contrapunkt.net

21:00: Talk (Free) mit Therese Terror (Menophilias/femdex/Hyperreality) über Perspektiven und Grenzen emanzipatorischer Clubkultur femdex – A female list lautet der Name der Wiener Initiative. Sie haben sich zur Aufgabe gemacht weibliche und nicht binäre Künstler*innen innerhalb der zeitgenössischen Clubkultur und der elektronischen Musik zu fördern. Seit 2016 veranstalten sie ihre Utopia 3000 Serie in Wien. Therese Terror, selbst DJ, berichtet von der Arbeit und den Erfahrungen bei femdex. Außerdem wird die  Frage nach politischer Clubarbeit diskutiert: Welche Bedingungen braucht es, um eine emanzipatorische Clubkultur zu entwickeln?

23:00 (€ 10,–) „club against reality“ mit folgenden Künstler*innen

THERESE TERROR (MENOPHILIAS / FEMDEX/HYPERREALITY) Therese Terror ist DJ, Veranstalterin und Geschäftsmann. Konkret ist sie bei femdex aktiv, co-organisiert Utopia 3000 und ist fu?r das Zur Gönnerin Line-Up verantwortlich. Sie kuratierte das Line-up des Electric Spring Festivals 2018. Während Therese Terror in der Nacht mit Auflegen beschäftigt ist, ku?mmert sie sich untertags um das Rrriot Festival, das feministischen Diskurs in den Mittelpunkt stellt, sowie unzählige andere Projekte, die irgendwo zwischen Erwerbsarbeit und Ehrenamt angesiedelt sind. Ihre Sets bewegen sich vor allem zwischen House, Techno, Acid, Electro und Pop. Genres sind super, Therese Terror bewegt sich jedoch relativ frei von Labels zwischen unterschiedlichen Bereichen elektronischer Musik, scheut weder Mainstream noch Nische und will vor allem eines: das Publikum schwitzen sehen. www.soundcloud.com/thereseterror
http://facebook.com/thereseterror0/
http://instagram.com/thereseterror/
https://www.residentadvisor.net/dj/thereseterrorTh

GUNVER RYBERG LIVE (KOPENHAGEN) The Danish artist and composer SØS Gunver Ryberg performs with an endless energy that challenges your state of consciousness: Wielding an arsenal of vigorous industrial rhythms, raw techno and expressive sound art. Her live sets are a terrifying sonic barrage of frenetic drum machines, murky drones, and walls of chaotic overdrive that aim to induce a transformative experience. SØS Gunver Ryberg’s work embodies her rich production history. Stemming from performance art, her “site specific” performances, whether in the form of a sound installation, computer game soundtrack, audio walk, live club set or even debut release “AFTRYK” on Contort Records, all explore the potential of acoustic space. Raw and industrial, wild and sensitive, SØS Gunver Ryberg’s music – comprising two albums and a split EP with Aisha Devi, Rrose and Paula Temple since 2014 – is closer to sound art than to pure techno. A barrage of ferocious sounds, an avalanche of epic rhythms, as merciless as a winter in Copenhagen: welcome to the modular world of SØS Gunver Ryberg. Somewhere along the intersection between electronic music and sound art, SØS's characteristic style is recognised for it's insistent rhythms, combined with a meticulous exploration of textures and timbres, raw sounds are framed by symphonic forms to create a unique expressivity.  www.sosgunverryberg.com/

nita. (VISUAL ARTIST/sound:frame av) Anita Brunnauer alias nita. lebt und arbeitet in Wien als selbstständige Grafikdesignerin. Anfang 2014 folgte die Gründung von nita. studio für visuelle gestaltung. nita. ist mitglied des sound:frame AV Labels sowie seit Beginn der Stille Duzz Down San Records Graphic Ghost. Der visuelle Stil lässt sich als konstanter Wandel zwischen Tagtraum und Nachtwache, Oberfläche und Tiefgang beschreiben. Ein visueller Seiltanz zwischen Kitsch und Melancholie. Entführung in einen surrealen Bilderwald, dort wo Tiere mutieren & vergessene ahnen auf Blätter gebettet werden. nita. wird an diesem Abend für die visuelle Gestaltung in der p.m.k. sorgen. www.studionita.at
www.soundframe.at

WHYAMI (brooke, ibk/vie) Whyami wird ihre Interpretation von Techno demonstrieren: „Techno. obey destroy devour. ebm/acid/electro/industrial. in postfaktischen zeiten eh egal. just because we’re all doomed doesn’t mean we can’t have a good time. just rave.“

Bei den Veranstaltungen des Kulturkollektivs Contrapunkt haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz! „Respecting each other is the key!“

Vielen Dank an das Reclaim Club Culture-Netzwerk und seine Fibel: https://menschmeier.berlin/fibel.html

17.05.2019, Junge Talstation: Veranstaltung von „reclaim your club“

Am 17. Mai 2019 setzt das Kulturkollektiv Contrapunkt das Projekt reclaim your club fort. Der Club soll dabei als Raum für politische Auseinandersetzung und kritische Positionen gewonnen werden. Dafür sind zwei Abende in Innsbruck geplant, die temporär zu einem kritischen Clubraum werden. Die Umsetzung emanzipatorischer Praktiken und Ansprüche erfordert neben Reflexionsfähigkeit und Selbstkritik auch eine theoretische Auseinandersetzung mit der eigenen Kulturproduktion. Daher steht jede Veranstaltung unter einem inhaltlichen Schwerpunkt.

Bei den Veranstaltungen des Kulturkollektivs Contrapunkt haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz! „Respecting each other is the key!“

Vielen Dank an das Reclaim Club Culture-Netzwerk und seine Fibel: https://menschmeier.berlin/fibel.html